CNR – IRPI di Padova


Die CNR-IRPI ist ein Forschungsinstitut, das sich mit dem Studium des Risikos von Erdrutschen und Hochwasser in Nordostitalien beschäftigt. Einige Forschungen erfolgen im Rahmen von nationalen Forschungsprogrammen, die von der Abteilung für Zivilschutz der Regierung und vom CNR oder in Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen/Behörden finanziert werden. Andere Forschungen werden im Rahmen internationaler Forschungsprogramme durchgeführt, die von der Europoäischen Kommission gefördert oder gemeinsamvom CNR Padua und ausländischen Forschungsinstituten organisiert werden.

Tätigkeiten in Vergangenheit und Gegenwart

Das Institut wurde 1968 als Forschungsinstitut für die Planung des Strassennetzes und Nutzung des Untergundes gegründet. Gegenstand waren geologisch- und strukturelle Untersuchungen für den Bau von Eisenbahnstrecken und Strassentunneln. Weiterhin wurden Studien zur Stabilität von Böschungen von Strassen- und Eisenbahneinschnitten durchgeführt.

Nach Fertigstellung der wichtigsten Strassen und Bahnen in Norditalien gegen Ende der Siebzigerjahre verlagerte sich das Forschungsinteresse auf das hydrologische und geologische Risiko und Umweltstudien. Es wurden Forschungen durchgeführt zur Hangstabilität, zur Flussdynamik und über Techniken der Fotoauswertung (auch von Satellitenfotos), angewandt für Studien für Umweltfragen und für die Archäologie.

In diesen Jahren war das Institut aktiv einbezogen als technische Hilfseinrichtumg bei verschiedenen Notfällen nach katastrophalen Naturereignissen in Norditalien: Erdbebem in Friaul 1976, Überschwemmung in Carnia 1983, Bergsturz im Veltlintal 1987, Überschwemmung in Piemont 1994, sowie bei zahlreichenden lokalen Ereignissen wie der Rutschung in Zoldo Alto (BL) 1991, der Rutschungen in Tal desTessinabachs (BL) und den Schuttstrümen bei Borca di Cadore 1994 und 1996.

In Auftrag des Zivilschutzes hat das Institut ein Überwachungs- und Alarmsystem bei den Rutschungen des Tessinabaches (venetianische Voralpen) eingerichtet, das bis heute tätig ist.

Darüberhinaus sind seit mehreren Jahren bei Cortina d’Ampezzo und bei Corvara (Gadertal, dolomiten) instrumentell bestückte Versuchgebiete zur automatischen Datenerfassung von Massenbewegungen eingerichtet worden;

Ein kleines hydrographisches Becken (Becken des Missiagabachs, Dolomiten) erhielt eine Instrumentenausrüstung zur Überwachung des Massentransports.

Forschugsbereiche

Das Institut führt Forschungen auf dem Gebiet der angewandten Geologie vorwiegend in Norditalien durch. Gegenwärtig laufen Vorhaben:

  • Regionale Untersuchungen zum hydrogeologischen Verhalten vom Gebirgsbecken und Verbreitung der von Rutschungsphänomenen betroffenen Gebiete;
  • Analyse der hydrogeologischen und geologischen Daten, insbesondere die Beziehungen zwischen Hochwasser und Hanghinstabilität;
  • Studien zum Sedimenttransport und zur morphologischen Entwicklung von Gebirgsbecken;
  • Entwicklung von Überwachungsystemen mit automatischer Datenerfassung an instabilen Hängen und Schuttströmen;
  • Verletzlichkeit der Grundwasserspeicher und Belastung durch Verschmutzung;
  • Analyse von Fotos und remote sensing, angewandt auf das Studium geomorphologischer Phänomene der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Forschung in instrumentell ausgerüsteten Gebieten ist zielgerichtet auf eine vertiefte Kenntnis der geomorphologischen und hydrogeologischen Prozesse (Hochwasser und Massentransporte, Rutschungen und Schuttströme) und auf die Entwicklung von geeigneten Technologien für die Überwachungssysteme von Rutschungen und Schuttströmen.

Seit vielen Jahren beteiligt sich das Institut an der Tätigkeit der nationalen Arbeitsgruppe “Verteidigung von grossen Katastrophen”, besonders in Bezug auf das Risiko von Rutschungen und Schuttströmen in städtischen Gebieten, bei Studien über Starkregen und zur Verletzlichkeit der Grundwasserspeicher.

Der Forschungsstab ist in Arbietsgruppen organisiert, die den Zivilschutz in hydrogeologischen und rutschungsbedingten Notsituationen beraten und ist ausserdem in verschiedene Forschungsprojekte aktiv einbezogen, die von der Europaunion und anderen internationalen Wissenschaft- und Regierungsorganisationen gefördert werden.

 

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