Universität Innsbruck


Vorwort 

Die Universität Innsbruck ist eine wissenschaftliche Hochschule der Republik Österreich, ihre Organisation ist durch das UOG 1993 und die Satzung geregelt. Sie wurde 1669 von Kaiser Leopold I. gegründet und wird nach ihm und nach ihrem Wiederbegründer, Kaiser Franz I., auch als Leopold-Franzens-Universität bezeichnet. Als akademisches Zentrum Westösterreichs und der angrenzenden Regionen ist sie darum bemüht, ein möglichst umfassendes Spektrum von Studienmöglichkeiten anzubieten. Dieser Aufgabe kommt sie durch die Vertretung der wichtigsten Wissenschaftsdisziplinen in ihren sieben Fakultäten nach:

  • der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur,
  • der Geisteswissenschaftlichen Fakultät,
  • der Katholisch-Theologischen Fakultät,
  • der Medizinischen Fakultät,
  • der Naturwissenschaftlichen Fakultät,
  • der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie
  • der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Uni & Forschung
Die Universität Innsbruck versteht sich als Ort der Förderung herausragender wissenschaftlicher Leistungen und der Heranbildung wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie sieht die einzelnen Wissenschaftsdisziplinen grundsätzlich als ebenbürtig an und leitet daraus die Verpflichtung ab, die Forschungstätigkeit in allen Disziplinen zu unterstützen; auch die Freiheit der Forschung im Sinne der Respektierung individueller Forschungsziele und -methoden ist ein leitender Grundsatz.

Gleichzeitig bekennt sich die Universität zum Prinzip der Schwerpunktbildung. Diese erfordert langfristige Strategien, die sich an der (vorhandenen oder erreichbaren) wissenschaftlichen Qualität orientieren, aber auch andere Gesichtspunkte (gesellschaftliche Relevanz, regionaler Bezug) berücksichtigen sollen.

Die Universität ist vom Wert einer ständigen Reflexion des eigenen Tuns überzeugt. Es ist ihr daher ein Anliegen, geeignete Instrumente für eine interne und externe Evaluation ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit zu entwickeln.

Uni & Lehre

Die Universität Innsbruck bekennt sich zur Verpflichtung, ihren Studierenden ein Studium höchster Qualität anzubieten. Dies setzt voraus, daß die Lehrenden Bedingungen für produktive Lernprozesse schaffen und die Studierenden diese Angebote in verantwortungsvoller Weise wahrnehmen.

Ziele des Studiums sind Ausbildung und Bildung, das heißt einerseits die Aneignung von (berufs-)spezifischem Fachwissen und fachspezifischer Methodik, andererseits die Entwicklung der Urteilsfähigkeit und der Fähigkeit zur kritischen Gesamtschau. Die Universität Innsbruck bekennt sich zum Vorrang des Bildungs- vor dem bloßen Ausbildungsauftrag und stellt sich daher gegen Tendenzen einer Verschulung und Entwissenschaftlichung der Universität. Die Evaluation von Lehre und Prüfungswesen hat von diesen Zielsetzungen auszugehen.

Wegen des raschen Wandels in der Gesellschaft und der ständigen Vermehrung des Wissens muß sich die Universität ihrer Verantwortung durch berufsbegleitende Ausbildung stellen.


Uni & Gesellschaft

Die Universität Innsbruck weiß sich den ethischen und sozialen Grundwerten der humanistischen Kulturtradition Europas verpflichtet. Im Sinne ihres Auftrags zur Bildung durch Wissenschaft bemüht sie sich um die Vermittlung eines rational begründeten und ethisch fundierten Weltbildes an die Studierenden und an die Gesellschaft insgesamt.

Sie verpflichtet sich daher zur aktiven Parteinahme als Institution, wenn wissenschaftliche oder gesellschaftliche Grundwerte gefährdet sind, und bekennt sich zur Verantwortung der Wissenschaftler,

  • die Öffentlichkeit über ihre Tätigkeit zu informieren,
  • Schwierigkeiten der Gesellschaft aufzugreifen und auf diese Weise einen spezifischen Beitrag zur Urteils- und Meinungsbildung der Öffentlichkeit zu leisten und
  • die Ergebnisse ihrer Arbeit zum allgemeinen Nutzen umzusetzen.

Die Universität und ihre Aktivitäten dürfen sich allerdings keinesfalls ausschließlich an jeweils aktuelle Erfordernissen der Gesellschaft oder der Wirtschaft orientieren, um die Innovationskraft der Wissenschaft nicht zu lähmen.


Uni & die Welt

Bei allen Aktivitäten in Forschung und Lehre bemüht sich die Universität Innsbruck um weitgespannte internationale Kooperation und unterstützt dieses Anliegen durch den Abschluß von Parftnerschaftsverträgen, die Einrichtung internationaler Austauschprogramme und die Förderung persönlicher Beziehungen zwischen Forschenden und Studierenden verschiedener Staaten.

Ihre Lage inmitten der Alpen weist der Universität Innsbruck darüber hinaus besondere Aufgaben zu, so etwa die Übernahme von Verantwortung gegenüber den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen des alpinen Lebensraumes oder die Vermittlung zwischen dem deutschen und dem romanischen Sprach- und Kulturraum. Deshalb sucht sie die Zusammenarbeit mit Personen, Universitäten und Organisationen dieser Regionen und fördert spezielle Forschungsvorhaben, Lehrprogramme und Universitätspartnerschaften, um auftretende Probleme auf möglichst hohem wissenschaftlichen Niveau bearbeiten zu können.

In diesem Sinne versteht sich die Universität Innsbruck auch als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg und Südtirol.

Uni & Selbstverständnis

An einer Universität arbeiten Menschen mit verschiedenen Weltanschauungen, Interessen und Zielsetzungen zusammen. Daraus ergeben sich unweigerlich auch Spannungen und Konflikte. Deshalb zählt zu den Aufgaben der Universität der Aufbau einer sozialverträglichen Konfliktkultur.

Akademische Freiheit ist kein Freibrief für die Verfolgung persönlicher Interessen, sie enthält auch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und der Universität.

Der Umgang der Universitätsangehörigen untereinander sollte von den Maximen der Offenheit, der Toleranz und des Respekts vor der Unterschiedlichkeit von Personen, inhaltlichen Positionen und institutionellen Zugehörigkeiten geprägt sein.

Entscheidungen werden nach den Prinzipien der Subsidiarität und nach Anhörung der Betroffenen gefällt. Unredliches Verhalten einzelner soll in fairen Verfahren unter Einbeziehung der Betroffenen und unter Wahrung der einschlägigen Rechtsvorschriften geprüft werden.


Schlußgedanken

Die Universität Innsbruck ist überzeugt, daß die Gesellschaft leistungsfähige, nachdenkliche und mutige Universitäten benötigt. Deshalb ist sie bereit, sich in den Bestimmungen der Satzung, in den Konzepten auf Instituts-, Fakultäts- und Universitätsebene und in den Einzelentscheidungen ihrer Organe an ihrem Leitbild zu orientieren und, wenn nötig, dieses Leitbild selbst zu überdenken und weiterzuentwickeln.

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